Tischtennis Psychologie - Ziele definieren
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Tischtennis Psychologie
Ziele definieren beim Tischtennis
Ziele sind das A und O, nicht nur beim Tischtennis. Wer ein Ziel im Blick hat, kann darauf zusteuern. Hindernisse werden erkannt, und können aus dem Weg geräumt werden. Wer ein Ziel vor Augen hat, kann sich dieses Ziel immer wieder zur Motivation heranziehen, und weiß dann, wofür man so einige Strapazen auf sich nimmt. Zum Beispiel 2 Stunden an der Ballmaschine zu stehen, um eine bestimmte Schwachstelle auszumerzen. Nehmen wir zum besseren Verständnis ein Beispiel.
Klaus hat ein Ziel: Klaus will künftig Holger öfter als bisher im Tischtennis besiegen. Holger ist ein Tischtennis-Vereinskamerad. Und Holgerist momentan einen Tick besser als Klaus. Gut. Klaus hat ein definiertes Ziel, Holger hat kein bestimmtes Ziel. Holger will einfach nur besser werden.
Damit Klauss Ziel messbar wird, definiert er sein Ziel etwas genauer: Klaus will Holger in 75% der Tischtennisspiele besiegen. Damit ist Klauss Ziel messbar. Von 4 Spielen will er 3 gewinnen. Üblicherweise spielt Klaus im Verein pro Woche ein Spiel gegen Holger. So weit, so gut. Was geschieht nun? Klaus denkt nach. Er überlegt, wie er es anstellen soll, gegen Holger öfter zu gewinnen. Vielleicht fallen ihm sofort ein paar Dinge ein, die er verbessern muss, um gegen Holger besser zu spielen. Zum Beispiel fällt ihm auf, dass Holger Klauss Aufschläge oft aggressiv zurück flippt, und dadurch punktet. Aha. Klaus muss etwas an seinen Aufschlägen ändern, um bei seinen eigenen Aufschlägen nicht immer so viele Punkte an Holger zu verschenken. Also plant Klaus für sein wöchentliches Training 25 Minuten Aufschlagtraining ein. Und wenn er da so in der Ecke steht, jede Woche 25 Minuten allein am Tischtennistisch, und seine Aufschläge wie vom Fließband spielt, weiß er sehr gut, wofür er das Macht. Er hat ein Ziel, und das gibt ihm die Willenskraft, dieses eintönige Aufschlagtraining durchzuziehen. Aber es passiert noch etwas: Klaus kennt sein Ziel, und er fragt sich immer wieder, wie er dieses Ziel erreichen kann. Die Frage, wie er Holger besiegen kann, beschäftigt ihn. Die Frage sickert in sein Unterbewusstsein ein. Und dort arbeitet Klauss Unterbewusstsein selbständig für ihn weiter, ohne dass er aktiv über die Frage nachdenkt.
Das Unterbewusstsein arbeitet tagsüber, nachts, und auch beim Schlafen für uns weiter. Und wenn unser Unterbewusstsein Antworten auf unsere Fragen hat, dann gibt es uns diese Antworten heraus. Plötzlich schießen einem Geistesblitze durch den Kopf. In Form von Ideen, Erinnerungen oder bestimmten Lösungsansetzen für unser Ziel oder Problem. Klaus kommt plötzlich in den Kopf (aha, plötzlich), dass Tom, einer seiner Vereinskameraden, einmal etwas von einem super Buch erzählt hat, in dem Aufschlagvarianten wirklich gut erklärt wären. Und Tom, der von dem Buch erzählt hat, spielt tatsächlich gute Aufschläge. Das fällt Klaus erst jetzt (aha, erst jetzt) auf. Also fragt er Tom nach dem Buch, und Tom leiht Klaus das Buch aus. Klaus kann dadurch tatsächlich sein Aufschlagspiel verbessern. Er findet viele gute Tipps und Übungshinweise in diesem Buch, und setzt diese Tipps erfolgreich in seinem wöchentlichen Training um.
Im genannten Beispiel arbeitet Klauss Unterbewusstsein mit der Frage “Wie besiege ich Holger”. Zusätzlich hat Klaus durch bewusstes Nachdenken dem Unterbewusstsein noch das Stichwort “Aufschläge” mit auf den Weg gegeben. Das Unterbewusstsein braucht jetzt eine gewisse Zeit, um Antworten hervor zu bringen. Man sollte also keine zu schnellen Antworten erwarten. Aber meistens kommt etwas Brauchbares hervor. Dinge, an die wir sonst nicht gedacht hätten, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit die Antworten von unserem Unterbewusstsein, dass für uns weitergearbeitet hat. Die Antworten von unserem Unterbewusstsein brauchen Zeit. Es können durchaus mehrere Tage sein, bis es sich wieder bei uns meldet. Neben den Antworten, die unser Unterbewusstsein uns liefert, passiert noch etwas Unbewusstes.
Tagtäglich werden wir mit Sinnesreizen regelrecht überflutet. Beim Trödeln in der Stadt, die Werbung in den Schaufenstern, in der Straßenbahn, beim Einkaufen, beim Fernsehen. Neben den visuellen Reizen kommen hauptsächlich noch akustischen Reize hinzu; wenn irgendwo Menschen miteinander reden, schnappen wir zum Beispiel Wortfetzen auf. Wir nehmen all diese Dinge wahr, dennoch geht der Großteil an Informationen da rein, und dort raus. Zum Glück. Denn mit diesem “zu Viel an Informationen” wären wir überfordert. Wir können nicht alles verarbeiten, was um uns herum geschieht. Unser Gehirn filtert deshalb für uns unbewusst bereits im Vorfeld unbrauchbare Informationen heraus, so dass die meisten unnützen Informationen erst gar nicht an uns heran kommen.
Beispiel: Als Tischtennisspieler sind wir interessiert über das Thema Tischtennis. Wenn wir in der Straßenbahn sitzen, werden viele Leute über alle möglichen Themen reden. Das meiste interessiert uns jedoch nicht. Sollte jetzt aber ein paar Sitzreihen von uns entfernt jemand “Tischtennis”, “Aufschlag” oder “Topspin” sagen, dann sind wir plötzlich hellhörig. Die genannten Begriffe sind für uns Tischtennisspieler Schlüsselreize, auf die unser Gehirn sofort anspringt: Der Ablauf ist dann wie folgt:
- Ohr an Gehirn, Ohr an Gehirn -> Topspin gehört.
- Gehirn arbeitet… Ergebnis -> Topspin = gute Information.
- Gehirn Nachfrage an Ohr -> Wo gehört?
- Ohr an Gehirn - Hintere Sitzreihe, rechts, männliche Stimme.
- Gehirn an Gehirnbesitzer -> Topspin gehört, in hinterer Sitzreihe, rechts.
Mag mich ein Gehirnforscher für diese Schilderung schlagen, ja. Wichtig ist, dass unsere Aufmerksamkeit auf Dinge gerichtet ist, die für uns von Interesse sind. Und wenn wir ein Ziel haben, nehmen wir plötzlich Dinge wahr, die wir sonst nicht wahr genommen hätten. Für unser Beispiel mit Klaus und Holger bedeutet das: Klaus schnappt beim Spiel gegen Holger ganz beiläufig auf, dass Holger sagt “Meine Rückhand ist heute wieder mies”. Aha, Holger Rückhand mies, merkt sich Klaus. Weiterhin beobachtet Klaus Holger beim Spiel gegen einen anderen Vereinskamerad, und sieht, dass Holger Probleme mit Schupfbällen in die Vorhand hat. Obwohl die Leute um Klaus herum lebhaft über das Frischklebeverbot diskutieren, ist ein Teil seiner Aufmerksamkeit auf das Spiel gerichtet, das Holger 10 Meter entfernt von Klaus in der Halle gegen einen anderen Vereinskamerad spielt. Das alles ist zielgerichtete Aufmerksamkeit, die dafür sorgt, dass Klaus die Informationen erhält, die er benötigt, um sein Ziel zu erreichen. Sprich: 75% der Spiele gegen Holger zu gewinnen.















